Pressemitteilung

20. Juli 2017
Roboter als Alltagshilfen
Charité entwickelt täglichen Begleiter für ALS-Patienten

Es beginnt mit fehlender Kraft in Händen und Füßen, dann treten Zuckungen und Krämpfe auf, schließlich sogar Lähmungen. Etwa 7000 Menschen in Deutschland leiden an Amyotropher Lateralsklerose (ALS), einer Erkrankung des zentralen Nervensystems, die sich vor allem auf die Muskulatur auswirkt.
ALS-Erkrankte sind auf Hilfsmittel angewiesen, die ihnen die Aktivitäten des Alltags erleichtern. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Pflegewerk Berlin GmbH wollen jetzt zusammen mit verschiedenen Partnern aus der Industrie und der Hilfsmittelversorgung einen Robotikarm entwickeln, der Betroffenen zu mehr Eigenständigkeit im täglichen Leben verhilft. Das kürzlich gestartete Projekt ROBINA wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bis 2020 mit rund 1,8 Millionen Euro finanziert.

Welche Muskelgruppen als erstes betroffen sind, ist von Patient zu Patient unterschiedlich − ebenso wie die Geschwindigkeit, mit der sich die Krankheit auf den gesamten Körper ausdehnt. Innerhalb weniger Jahre kann es zu einer vollständigen Lähmung des Körpers, bei völligem Erhalt aller intellektuellen Funktionen führen. Die Betroffenen müssen engmaschig betreut werden, sodass ihr Wunsch nach möglichst viel Autonomie steigt. Dies stellt die behandelnden Fachkräfte vor pflegerische und psychosoziale Herausforderungen. Hier setzt ROBINA an: Auf Basis einer umfassenden Bedürfnisanalyse mit Patientinnen und Patienten sowie einer praxisnahen Visualisierung der notwendigen Versorgungsabläufe wird ein Prototyp eines Roboterarms erstellt, der im Pflegealltag erprobt wird. „Wir wollen mit dem Roboterarm keine Pflegkräfte ersetzen, wir wollen die Ressourcen der Pflegenden gezielter nutzen und den Betroffenen zu mehr Selbstbestimmung verhelfen“, erklärt Jörn Kiselev, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Geriatrie der Charité. Ob es gilt, ein Wasserglas anzuheben oder einen Knopf auf der Fernbedienung zu drücken: Der robotergestützte Arm soll an Bett oder Rollstuhl angebracht werden und mittels Augenbewegung oder Gesten gesteuert werden können – eine Entlastung für alle Beteiligten. „Besonders in komplexen Pflegesituationen können so in Zukunft zunehmend Pflegebedürftige und Pflegerinnen und Pfleger von diesem innovativen Ansatz profitieren“, fügt Kiselev hinzu.

Kontakt:
Jörn Kiselev
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Geriatrie
Klinik für Geriatrie
Campus Virchow-Klinikum
t: +49 30 450 553 796
joern.kiselev@charite.de


ROBINA Pressemitteilung vom 20.7.2017

„Roboter als Alltagshilfen, Charité entwickelt täglichen Begleiter für ALS-Patienten“ wurden bislang folgende Beiträge veröffentlicht:

________________________________________________

Krankenhaus-IT - Online Journal:

„Charité: Roboter als Alltagshilfe für ALS-Patienten“ (veröffentlicht am 21.7.2017

Den gesamten Beitrag finden Sie unter diesem LINK

________________________________________________

Gesundheitsstadt Berlin - Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt: 

„Roboter soll ALS Patienten das Leben erleichtern“ (veröffentlicht am 25.7.2017)

Den gesamten Beitrag finden Sie unter diesem LINK

________________________________________________

medinic.de, Mednic Verlag:

„Roboterarm für ALS-Patienten“ (veröffentlicht am 21.7.2017)

Den gesamten Beitrag finden Sie unter diesem LINK